| 10.Berliner Schulorchestertreffen in der Philharmonie |
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Am 13.02.2011 fand das 10. Berliner Schulorchestertreffen statt. Hierbei handelte es sich um ein Education-Programm der Berliner Philharmoniker, dass von der Abteilung Zukunft@BPhil geleitet wurde. Es bestand aus zwei Konzerthälften. In der ersten Hälfte spielten die einzelnen Schulorchester Stücke, die sie eigenständig während des Schuljahres einstudiert hatten. In der zweiten Hälfte probte dann ein Orchester aus 200 Schülern aus den verschiedenen Orchestern ein Stück zusammen mit dem Chefdirigenten der Berliner Philharmoniker Sir Simon Rattle. Doch dies bedurfte einiger Vorarbeit. Vor den Herbstferien hatten wir bereits die Noten für „Jupiter- the Bringer of Jollity“ aus Gustav Holsts Orchestersuite „The Planets“ bekommen. Ein flüchtiger Blick hatte uns offenbart, dass wir im stillen Kämmerlein viel proben werden müssen. Ja für einige schien es kaum vorstellbar. Einige Zeit später gab es für die Bläser noch zusätzliche Noten, da die „First Suite For Military Band“ noch gespielt werden sollte. Ab dem 7.12.2010 fanden die ersten Registerproben, die von einigen Berliner Philharmonikern geleitet wurden, statt. Vor den Weihnachtsferien absolvierten wir die erste Gesamtprobe im großen Saal der Philharmonie unter der Leitung von Stanley Dodds – ebenfalls ein Berliner Philharmoniker. Diese Probe war sehr deprimierend und man wagte keinen Gedanken an die öffentliche Probe mit Sir Simon Rattle. Es gab einige Probleme: Zu wenig Platz, ständige Tempiwechsel, verblüffende Ähnlichkeit zwischen einzelnen Abschnitten, die es galt auseinander zu halten und für einige von uns schien der Dirigent unendlich weit weg zu stehen Im neuen Jahr ging es dann Schlag auf Schlag und es nahm immer mehr Form an und vertrieb jede Art von Verzweiflung. Kurz um, wir fühlten uns für den 13.02. gewappnet.
Seit über zehn Jahren veranstalten die Berliner Philharmoniker Schulorchestertreffen in der Philharmonie – zur Freude einer großen Anhängerschaft, bestehend aus begeisterten Eltern, Freunden und Verwandten der beteiligten Schüler sowie Interessierten Konzertbesuchern. Traditionell gestaltet sich das Treffen als zweiteilige musikalische Marathon-Matinee: In der ersten Konzerthälfte spielen die einzelnen Schulorchester Stücke, die sie eigenständig während des Schuljahres einstudiert haben. In der zweiten Hälfte proben dann alle beteiligten Instrumentalisten – mitunter können es über 200 Schüler sein – gemeinsam unter Leitung von Sir Simon Rattle ein ausgewähltes Orchesterwerk, um es abschließend aufzuführen. 10. Berliner Schulorchestertreffen Doch für Johanna Wiechen und Hendrickje van der Meer blieben das nicht die einzigen Proben. Bei diesem Schulorchestertreffen gab es erstmalig ein Kreativorchester. Dabei handelte es sich um eine Handvoll Schüler, vier Berliner Philharmoniker und Catherine Milliken – Leiterin der Educationabteilung. Wir komponierten eine eigene Version vom Jupiter. Dafür nahmen wir markante Stellen, versahen sie mit Leitbegriffen und dann ließen wir unserer Kreativität freien Lauf. So ergab es sich, dass Johanna und Hendrickje in der Woche vor dem Konzert fast jeden Nachmittag in der Philharmonie mit Proben verbrachten.
Kreativorchester Kreativorchester Nun war der 13. Februar gekommen. Aufgeregt befanden wir uns in und um unseren Aufenthaltsraum als plötzlich die Ansage: „Das Orchester der Käthe Kollwitz Oberschule bitte hinter die Bühne“, aus den Lautsprechern dröhnte. Wir gerieten in Rage. Schnell waren alle notwendigen Utensilien gegriffen und wir gingen zusammen mit einer netten Dame, die uns den Weg weißte, hinter die Bühne. Schnell gingen wir noch mal den Ablaufplan durch: Hinsetzten, Stimmen, Pauken stimmen, Herr Rzeniecki kommt rein, hebt den Taktstock, es geht los. „Ihr könnt rein.“ Ein kleiner kurzer Satz, der in allen Beteiligten Adrenalin freisetzte. Doch bevor wir loslegen konnten, führte Helge Grünewald in die Veranstaltung ein und verkündete, dass Sir Simon Rattle leider nicht dirigieren kann, weil er krank ist. Es war nicht leicht für uns die Fassung zu behalten während der gesamte Saal in ein fallendes „Ohhh“ einstimmt. Danach erzählt er etwas über unser Orchester, dann war die Moderation beendet. Herr Rzeniecki nahm seine Position ein und Anspannung und höchste Konzentration lagen in der Luft. Eine schwungvolle Bewegung und wir spielten „Brautraub-Ingrids Klage“. Danach ging es tänzerisch mit dem „Arabischen Tanz“ weiter und „Anitras Tanz“ bildete den krönenden Abschluss unserer musikalischen Präsentation von drei Auszügen aus Edvard Griegs Orchestersuite „Peer Gynt“. Applaus erklang und erfüllte uns mit Stolz und tiefgehender Zufriedenheit.
Das Schulorchester der Käthe Kollwitz Oberschule unter der Leitung von Herrn Rzeniecki. KKOS Schulorchester Nachdem die Instrumente sicher verstaut waren, gingen wir in den Block K und hörten uns die musikalische Darbietung der anderen Schulorchester an. Es spielten noch die Orchester folgender Schulen: Gerhart-Hauptmann-Gymnasium, Orchestergemeinschaft der Musikschulen „Joseph Schmidt“, „Fanny Hensel“ und Spandau, Heinz-Berggruen-Gymnasium, Freiherr-von Stein- Gymnasium und Canisius-Kolleg. Doch an Entspannung war nicht zu denken, denn wir fieberten auf den Auftritt des Kreativorchesters hin. Nach dem überwältigenden Spiel des Canisius-Kollegs war es endlich soweit. Die 16 Musiker des Kreativorchesters kamen hinein und nahmen ihre Plätze in einem Halbkreis ein. Vergeblich warteten einige aus dem Saal auf einen Dirigenten. Die Zuhörer konnten Zeuge eines wunderschönen musikalischen Augenblicks werden und erfahren, was es heißt gemeinsam zu musizieren. Fast jeder Beteiligte hatte ein Duo-Solo. Johanna solierte souverän an der Querflöte zusammen mit einem anderen Mädchen und Hendrickje spielte ein Improvisationsduosolo zusammen mit dem Philharmoniker Thomas Leyendecker. Dafür, dass sie zusammen mit einem Berufsmusiker spielte, und erst seit einem Jahr Posaune spielt, schlug sie sich wacker und ließ Potential erkennen. Nach einer Pause erklang „Chaconne“ der 1. Satz aus „First Suite For Military Band“ von Gutsav Holst. Dabei handelte es sich um eine Bläsersuite, die von Thomas Leyendecker vertretungsweise dirigiert wurde. Herr Leyendecker moderierte selbst und eroberte sich somit die Herzen des Publikums. Anschließend kamen die Streicher dazu und „Jupiter- the Bringer of Jollity“, der von Stanley Dodds dirigiert wurde, ertönte. Er schilderte den Probenverlauf und zeigte dem Publikum einige schwierige Ausschnitte- „unsere Lieblingsstellen“ Zum Schluss spielten wir noch mal den Jupiter, genossen den Applaus und gingen mit einer unvergesslichen Erfahrung aus der Philharmonie. Nun waren wir für einen kurzen Zeitraum Junior Philharmoniker. Wir bedanken uns bei Zukunft@BPhil für dieses wunderbare Projekt und hoffen auf eine Teilnahme am 11. Berliner Schulorchestertreffen. Ein Video des Konzertes ist vielleicht bald zugänglich. Wenn es soweit ist, wird hier dazu ein Vermerk stehen.
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